Führung ist umfassend, verantwortungsvoll und facettenreich. In dynamischen Zeiten, in denen sich Bedingungen schnell ändern, verlangt sie höchste Kompetenz in der Entscheidungsfindung sowie eine treffsichere Hand bei organisatorischen und personellen Entscheidungen.
Um den vielfältigen Anforderungen einer modernen Führungsrolle gerecht zu werden, gilt es, nicht nur die übertragene Organisation und die Mitarbeitenden, sondern auch sich selbst zu führen. Diese Aufgaben verteilen sich, je nach Konkretheit und Zeithorizont, auf das operative, taktische oder strategische Level – abhängig von der hierarchischen Ebene oder der jeweiligen Führungsrolle.
Angesichts der zahlreichen Herausforderungen in unserer schnelllebigen und dynamischen Umwelt sowie der erforderlichen Zeit und Intensität, sehen Millennials – geboren zwischen 1981 und 1995 – in der Lösung durch Führungsduos eine zukunftsweisende Antwort.
Die Idee der geteilten Verantwortung ist nicht neu – Führungstandems wurden bereits in der Vergangenheit immer wieder erprobt.
Vor allem weibliche Teilzeitführungskräfte waren Pionier*innen dieser Gedanken. In Bereichen mit hohem Frauenanteil bei Führungskräften, insbesondere nach der Rückkehr aus der Karenz, teilten sich zwei Frauen eine Führungsposition. Der Erfolg hing hierbei stark von der Kompatibilität der beiden Führungspersonen ab: Je besser sie kommunizierten und abgestimmt waren, desto reibungsloser funktionierte das Jobsharing. Die Maxime lautete: Unabhängig davon, wer von beiden anwesend ist, handelt diese im Namen der anderen und ist verantwortlich dafür, dass die Partnerin informiert bleibt. Diese enge Abstimmung war essenziell, um das Führungsduo für Chef*innen, Kolleg*innen und Mitarbeitende als „eine Einheit“ erkennbar und steuerbar zu machen.
Ein weiteres Beispiel für den Erfolg von Führungsduos waren Modelle, bei denen hohe Stundenzahlen oder gar 24/7-Besetzungszeiten abzudecken waren. Hier lautete die Erfolgsformel „halbe-halbe“: Die Arbeitszeit wurde aufgeteilt, und die anwesende Führungskraft übernahm alle Aufgaben für und im Namen ihres Pendants. Diese Win-Win-Situation ermöglichte es Führungskräften, ihre Führungsrollen in Teilzeit wahrzunehmen. Die Unternehmen profitierten davon, dass stets eine Ansprechperson zur Verfügung stand – selbst in Branchen, die durch Schichtarbeit oder Dienstleistungsanforderungen geprägt waren. Insbesondere gut abgestimmte und persönlich engagierte Führungspaare trugen hier zum Erfolg bei.
Mit dem Aufkommen agiler Arbeitsstrukturen wie Scrum, vor allem in der Softwareentwicklung, entstand eine neue Form der dualen Führung: Die Trennung von Verantwortlichkeiten im Organisationsmanagement und im People Management. Ein Teamcoach übernimmt People-Management-Aufgaben wie Feedback- und Gehaltsgespräche, während der Scrum-Master für die Einhaltung der agilen Rahmenbedingungen, die Organisationsstruktur und die Zielerreichung verantwortlich ist.
Angesichts zunehmender Herausforderungen und einem geringeren Willen, alles im Alleingang zu bewältigen, könnte die Idee der Führungsduos zum neuen Führungsstandard werden.
Neben klassischen Führungsduos, die sich auf organisatorische und personelle Führungsthemen konzentrieren, gibt es in einigen Unternehmen bereits ein erfolgreiches Modell der Zusammenarbeit durch Expertenduos. Hier teilen sich zwei Fachkräfte eine verantwortliche Position. Dies ermöglicht es Unternehmen, in hochspezialisierten Bereichen wie IT und Marketing oder Forschung und Produktentwicklung die Expertise beider Führungspersonen optimal zu nutzen. Expertenduos bieten den Vorteil, dass komplexe Entscheidungen fundierter getroffen werden können, da zwei verschiedene Perspektiven in die Entscheidungsprozesse einfließen. Gerade in technischen oder kreativen Teams, in denen eine breite fachliche Abdeckung entscheidend ist, zeigt sich dieses Modell als besonders effizient. Durch den engen Austausch der beiden Experten wird zudem eine kontinuierliche Weiterentwicklung und Innovation gefördert. In Kombination mit Führungsduos könnte dies eine weitere zukunftsweisende Arbeitsweise für Unternehmen darstellen.
Das Führungsduo-Modell bietet somit nicht nur Raum für die Aufteilung von Führungsthemen, sondern auch für eine klare Verantwortungsaufteilung innerhalb eines Teams. Zum Beispiel könnten sich zwei Führungskräfte je nach Fachgebiet auf unterschiedliche Gruppen von Mitarbeitenden aufteilen – etwa zwischen Accounting- und Backoffice-Teams. Diese klare Verantwortungsabgrenzung ist bereits bei vielen Geschäftsführungen mit mehreren Mitgliedern gängige Praxis und ermöglicht eine bessere Abstimmung mit den persönlichen Kompetenzen und Erfahrungen der jeweiligen Führungsperson.
Abseits der fachlichen Aufgabenteilung trifft das Führungsduo-Modell den Nerv der Millennials, die als neue Führungsgeneration vermehrt auf folgende Aspekte Wert legen:
Diese Aspekte machen Führungsrollen für Millennials besonders attraktiv und führen zu einer Win-Win-Win-Situation: Unternehmen können Führungspositionen optimal besetzen, Führungskräfte erleben zeitgemäße Karrierechancen und Mitarbeitende profitieren von kontinuierlicher Betreuung und Stabilität.
Damit Führungsduos erfolgreich arbeiten, sind drei wesentliche Voraussetzungen entscheidend:
Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, hat das Führungsduo-Modell das Potenzial, sich sowohl in großen Konzernen als auch in KMUs als Standard für die Führungskräfte der Generation Y durchzusetzen.
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